2. Archäologie-Forum von FAKT

Beim 2. Archäologie-Forum im Bürgerhaus von Erkenbrechtsweiler fanden sich auf Einladung des Fördervereins für Archäologie, Kultur und Tourismus (FAKT) wieder zahlreiche Honorationen ein. Neben den Bürgermeistern von Erkenbrechtsweiler und Grabenstetten, Roman Weiß und Harald Steidl, nahmen auch Vertreter der Landesämter für Denkmalpflege von Stuttgart und Tübingen, Vertreter des Fördervereins Heidengraben sowie zahlreiche FAKT-Mitglieder teil. Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden von FAKT, Peter Heiden, startete das Forum mit einem Bericht über die geomagnetischen und archäologischen Untersuchungen im Gräberfeld Burrenhof. Gerd Stegmaier vom Landesamt für Denkmalpflege des Regierungspräsidiums Tübingen präsentierte die Ergebnisse seiner Untersuchungen aus den Jahren 2004 bis 2010 und brachte Erstaunliches zu Tage. „Es steckt noch viel mehr in der Erde“
Der Archäologe beschäftigt sich schon seit einigen Jahren intensiv mit dem Gräberfeld Burrenhof und gab zunächst einen kurzen Überblick. Die ersten Funde datieren aus der Zeit 1000 v. Chr., weiter geht es mit zahlreichen Grabhügeln aus der frühen Eisenzeit, Artefakten aus der frühen Laténezeit (5. bis 1. Jahrhundert v. Chr.) bis hin zu zahlreichen Überbleibseln der Römer. Zur Hochzeit des Heidengrabens zirka ab 100 v. Chr., in der Zeit der späten Kelten also, gibt es keine Gräber mehr. Zahlreiche Glas- und Metallfunde sowie Amphorenfragmente geben aber auch hier Zeugnis einer blühenden Kultur auf dem heutigen Gebiet zwischen Erkenbrechtsweiler, Grabenstetten und Hülben.
„Es ist davon auszugehen, dass noch viel mehr in der Erde steckt“, mutmasste Stegmaier. Die Interpretation der Funde ist aber schwierig. So wurden unter anderem zahlreiche Aschegruben entdeckt, die den Archäologen bislang noch Rätsel aufgeben. Bei der geomagnetischen Messung in diesem Jahr stießen die Fachleute, deren Kampagne finanziell auch von FAKT unterstützt wurde, zudem auf einen 180 Meter langen Graben. „Im süddeutschen Raum gibt es bislang nichts Vergleichbares. Solche Gräben sind eher aus dem französischen Raum bekannt, wo ein aufwendiger Totenkult betrieben wurde“, so Stegmeier. Der vorläufige Befund dem Burrenhof spricht aber ebenfalls für eine rituelle Nutzung. „Die Ergebnisse halten im europäischen Vergleich stand“, verdeutlichte Stegmaier die Besonderheit, „Wenn uns der Nachweis von einem Kultplatz gelingt, würde das den Heidengraben auf eine Ebene mit den großen Fundstätten von Europa heben.“
FAKT sagt finanzielle Unterstützung zu
Geophysikalische Messungen sind aber der einzige Weg, um mehr Licht ins Dunkel zu bringen. Dem Land fehlen dazu die finanziellen Mittel. „Wir haben bislang nur die Fragmente. Aber mit jeder weiteren Messung vervollständigt sich das Bild“, erklärte der Archäologe. Auf Unterstützung seitens FAKT können Stegmaier und Co. zählen: FAKT wird die Kampagne auch weiterhin finanziell unterstützen. „Es ist eine große Chance durch die enge Vernetzung mit der Archäologie auch den Tourismus zu fördern“, bekräftigte Peter Heiden. Für die Zukunft gesehen wären auch weitere Maßnahmen wie eine Teil-Rekonstruktion der Pfostenschlitzmauer, die einst den Heidengraben umfasste, sowie die Errichtung eines wissenschatlichen Informations-Zentrums wünschenswert

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